Art & Storys

Deine und andere Geschichten


Hier geben wir Dir die Möglichkeit Deine ganz persönliche Geschichte zu erzählen und Dein ganz eigenes Semikolon zu malen. 

Sende uns Deine Geschichte und Dein Bild an info@semicoolonproject.de

 

ACHTUNG - TRIGGERGEFAHR MÖGLICH - ACHTUNG


Geschichten aus dem Leben.

Uns erreichen viele berührende Geschichten, die sehr persönlich und emotional sind. Wir finden es sehr wichtig, diese ungekürzt zu zeigen, um das Verständnis für die unterschiedlichen Gesichter der Erkrankungen zu verdeutlichen und das „WIR-Gefühl“ zu stärken.

Die Geschichten sind meist motivierend und stärkend, können durch die persönlichen Schicksale und Erfahrungen aber auch stark aufwühlen und belasten. Wir vertrauen auf die Eigenverantwortung unserer Leser und übernehmen keinerlei Haftung.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass für den Inhalt nur ausschließlich der/die jeweilige Autor/in verantwortlich ist!


Mathias Fischedick

 

„Es gibt immer wieder diese Zeiten, in denen die dunkle Schwere uns erstarren lässt. Es trifft jeden … mal schwerer und mal leichter. Ich finde es wichtig dann nie zu vergessen, dass von irgendwo wieder Licht und Bewegung ins Leben kommen. Manchmal direkt hinter uns … wir sehen es nur noch nicht.“ 


Janina (33)

"Als ich 8 Jahre alt war, hatte ich mit meinen Eltern und meiner Oma einen Autounfall. Ich bin die Einzige, die überlebt hat. Mit zwei gebrochenen Armen, zwei gebrochenen Beinen, einem gebrochen Kiefer und Nasenbein lag ich sehr lange im Krankenhaus und hatte auch danach immer wieder verschiedene Operationen. Aufgewachsen bin ich anfangs bei meiner Schwester und später bei meinem Bruder. Nach der 10. Klasse habe ich eine Ausbildung gemacht und erfolgreich abgeschlossen. Ich habe geheiratet und 2 Kinder bekommen. 

Plötzlich war ich mit dem Thema Geschwisterrivalität konfrontiert und zu dem war das zweite Kind ein „Schreibaby“ bis zu seinem 8. Lebensmonat.  Etwas über ein halbes Jahr danach ist meine Schwester ganz unerwartet an einer Lungenembolie gestorben...  und meine Ehe ging in die Brüche... 

 

Meine Diagnose: Depression.

 

Ich fing an den Alltag als Alleinerziehende Mama zu stemmen und vor zwei Jahren hat mein Bruder nach fünf jahrelanger Schizophrenie Suizid begangen. All das waren Schicksalsschläge gegen die niemand etwas hätte tun können. Es war absolut nicht immer einfach, aber ich bin hier. Ich darf noch an diesem Leben teilhaben und dafür bin ich dankbar.

 

Derzeit mache ich eine Ausbildung im Bereich Psychotherapie, um anderen Menschen helfen zu können besser mit ihren eigenen Diagnosen und Erlebnissen umgehen zu können. Denn eine psychische Erkrankung ist keine Schande. Und auch kein Ende."


Marky Mark

"Es stimmt, ich habe Deperessionen. Ja ich habe meine Identität verloren. Ebenfalls bin ich durch das Raster der ordinären Gesellschaft gefallen. Ich bin der Mann der für seine Alpträume wach sein muss. Während Eure Fantasie blüht, ist meine zu einem Ödland verkommen. Nur mit Maske sucht Ihr meine Nähe, wie Motten das Licht. Während Ihr aufrecht geht, bin ich dankbar noch kriechen zu können. Es stimmt, ich habe Depressionen."


Annika

Bunt ist das Leben...nicht immer

Das Leben ist bunt - und dazu gehören bei mir leider auch die grauen und manchmal auch tief schwarze Tage. Sie waren mal so schwarz, dass mir nur noch der Klinikaufenthalt blieb - bisher drei an der Zahl in den letzten drei Jahren. Die Diagnosen waren unterschiedlich, letztendlich sind es vor allem Depression und Ängste. Nur Angst wovor?, habe ich mich oft gefragt. Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit warum?, habe ich mich ebenso oft gefragt. Mein Leben ist nach Außen hin doch so perfekt. Immer war da ein roter Faden und plötzlich der Zusammenbruch. Durch Therapien habe ich jedoch erkennen müssen, dass ich schon sehr sehr lange depressiv und sehr sehr gut darin war, dies nicht zu erkennen, sondern weiter zu funktionieren.

Viele Antworten auf meine Fragen habe ich in meiner Kindheit gefunden. Die ich jetzt jedoch nicht mehr ändern kann. Das, was ich am meisten ändern möchte, ist, mich nicht mehr als Opfer sehen zu wollen. Denn allzu häufig falle ich in diese Opferrolle, in der ich handlungsunfähig bin und sich dieses Gefühl in der Vergangenheit bis zu einer verzweifelten Hoffnungslosigkeit mit Suizidgedanken ausweiten konnte. Das Gefühl wabert manchmal immer noch mit im Alltag, doch ich bin wohlwollender geworden. Und habe gelernt, dass ich nicht meine Gedanken BIN. Würde man all die negativen Gedanken, die ich bisher in meinem Leben vor allem über mich gedacht habe, in einen Topf werfen - es würde Jahre brauchen, sie sich alle einzeln anzuschauen.

Meine Depression war ein Geschenk. Oft habe ich an dieser Aussage meiner Therapeutin gezweifelt. Doch sie hatte Recht: Ohne meine Depression hätte ich mich nie selbst so sehr kennengelernt und reflektiert. Mich und mein Leben wohl nicht hinterfragt. Durch die Therapie konnte ich vieles zum Guten wenden - Job, Beziehung und Freundeskreis. Auch mein Innerstes verändert sich Stück für Stück. Auch wenn es sicherlich noch Jahre brauchen wird, bis ich wirklich gelassener bin mit mir selbst. Bis ich mich wirklich akzeptiere und so liebe, wie ich nun mal bin und nicht meinem perfektionistischem Idealbild hinterhertrauere.

SEMICOOLON PROJECT

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Schoolkoppel 31

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