Über mich

Über mich - Semicoolon Gruppe Walsrode - Heidekreis

Wer von uns schaut schon gerne in den eigenen Abgrund?

Wer gesteht sich freiwillig ein, psychisch krank zu sein? Wahrscheinlich niemand.

Ich bin Sven Krawitz – und das hier ist mein Herzensprojekt.
Mir ist es ein tiefes Anliegen, das gesellschaftliche Tabuthema psychischer und seelischer Erkrankungen schonungslos ins grelle Licht zu zerren. Es wird Zeit, offen darüber zu sprechen – ohne Ausreden und ohne Filter.

Wenn ich heute zurückblicke, verstehe ich meinen Totalzusammenbruch im Jahr 2019 nur zu gut. Davor wollte ich es um keinen Preis wahrhaben. Jahrelang habe ich mich systematisch mit Alkohol und Drogen betäubt. Ich wollte frei, unbeschwert, locker und lustig sein … irgendwie dazugehören. Vielleicht tat ich das vor allem, um zu vergessen, was ich in meiner Kindheit und Jugend durchmachen musste – eine Zeit, in der psychische und körperliche Gewalt zur Tagesordnung gehörten.

Der Preis für diese Fassade war verdammt hoch.
Ich ließ keine Feier aus, nutzte jede Möglichkeit zum Saufen – und das nicht nur ein bisschen, sondern immer aggressiv. Beziehungen und Freundschaften zerbrachen daran, doch das war mir in meinem Rausch egal. Mein eiserner Schwur lautete: Mir tut niemand mehr weh. Und wenn doch, verletze ich diese Menschen zuerst.

In mir steckte so viel Wut und blanker Hass, dass ich oft Angst vor mir selbst hatte. Ich wurde nie handgreiflich – dafür laut, toxisch und extrem unfair.

Der endgültige Knall kam im Mai 2019: eine heftige Panikattacke aus dem Nichts während einer Autofahrt. In diesem Moment war mir klar: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Von da an hat sich mein Leben komplett gedreht. Ich musste mich zum ersten Mal wirklich mit mir selbst auseinandersetzen.

Es folgten Klinikaufenthalte, unendlich viele Therapiestunden und eine bodenlose Verzweiflung. Ich war ganz unten, wusste nicht, wie es weitergehen sollte, hatte keinen Plan und keine Ideen. Es gab Momente, da hätte ich am liebsten alles hingeschmissen – auch mein eigenes Leben.

Doch genau dort, am absoluten Tiefpunkt, habe ich etwas begriffen:
Allein komme ich hier nicht mehr raus. Ich brauchte Hilfe. Zum ersten Mal in meinem Leben bat ich darum – und mir wurde geholfen.

Sich einzugestehen, dass man es nicht allein schafft und Hilfe sucht, ist keine Schwäche.
Es ist die größte Stärke, die ein Mensch zeigen kann.

Heute bin ich verdammt stolz auf mich. Ich habe mein altes Leben hinter mir gelassen – ohne Wut, ohne Hass, ohne Alkohol und ohne Drogen. Ich lebe endlich das Leben, das ich mir immer gewünscht habe. Der Weg dorthin war steinig, schmerzhaft und alles andere als leicht. Ich bin noch nicht am Ziel, aber ich bin auf dem richtigen Weg. Und ich möchte nie wieder dorthin zurück, wo ich vor ein paar Jahren war. Diesen Schmerz wünsche ich niemandem.

Genau deshalb ist das SemiCoolon Project entstanden.

Ich möchte Menschen wachrütteln und Mut machen – Betroffenen, Angehörigen und allen, die hinschauen wollen. Denn diese Erkrankung hat nicht nur dunkle Seiten. Ich habe durch sie unglaublich viel über mich gelernt, mich neu kennengelernt und wundervolle Menschen getroffen.

Was hat das Ganze mit dem Semikolon zu tun?
Die Semikolon-Bewegung begann 2013 in Amerika durch Charlee Chandler und Mathew Wills:

Ein Semikolon repräsentiert einen Satz, den der Autor beenden könnte – sich aber entschieden hat, es nicht zu tun. Dieser Autor bist Du. Und der Satz ist Dein Leben.

Ich habe meinem Semikolon ein fettes COOL in die Mitte gesetzt. Denn ich möchte klar sagen: Anders zu sein ist nicht schlimm.
ANDERS ist das neue COOL.

Hast Du Fragen? Trau Dich und sprich mich an. Nimm Dir den Raum, den Du brauchst.
Schön, dass es Dich gibt.

Ganz liebe Grüße
Sven

Über mich - Semicoolon Gruppe Walsrode - Heidekreis

Wer von uns schaut schon gerne in den eigenen Abgrund?

Wer gesteht sich freiwillig ein, psychisch krank zu sein? Wahrscheinlich niemand.

Ich bin Sven Krawitz – und das hier ist mein Herzensprojekt.
Mir ist es ein tiefes Anliegen, das gesellschaftliche Tabuthema psychischer und seelischer Erkrankungen schonungslos ins grelle Licht zu zerren. Es wird Zeit, offen darüber zu sprechen – ohne Ausreden und ohne Filter.

Wenn ich heute zurückblicke, verstehe ich meinen Totalzusammenbruch im Jahr 2019 nur zu gut. Davor wollte ich es um keinen Preis wahrhaben. Jahrelang habe ich mich systematisch mit Alkohol und Drogen betäubt. Ich wollte frei, unbeschwert, locker und lustig sein … irgendwie dazugehören. Vielleicht tat ich das vor allem, um zu vergessen, was ich in meiner Kindheit und Jugend durchmachen musste – eine Zeit, in der psychische und körperliche Gewalt zur Tagesordnung gehörten.

Der Preis für diese Fassade war verdammt hoch.
Ich ließ keine Feier aus, nutzte jede Möglichkeit zum Saufen – und das nicht nur ein bisschen, sondern immer aggressiv. Beziehungen und Freundschaften zerbrachen daran, doch das war mir in meinem Rausch egal. Mein eiserner Schwur lautete: Mir tut niemand mehr weh. Und wenn doch, verletze ich diese Menschen zuerst.

In mir steckte so viel Wut und blanker Hass, dass ich oft Angst vor mir selbst hatte. Ich wurde nie handgreiflich – dafür laut, toxisch und extrem unfair.

Der endgültige Knall kam im Mai 2019: eine heftige Panikattacke aus dem Nichts während einer Autofahrt. In diesem Moment war mir klar: Hier stimmt etwas ganz und gar nicht. Von da an hat sich mein Leben komplett gedreht. Ich musste mich zum ersten Mal wirklich mit mir selbst auseinandersetzen.

Es folgten Klinikaufenthalte, unendlich viele Therapiestunden und eine bodenlose Verzweiflung. Ich war ganz unten, wusste nicht, wie es weitergehen sollte, hatte keinen Plan und keine Ideen. Es gab Momente, da hätte ich am liebsten alles hingeschmissen – auch mein eigenes Leben.

Doch genau dort, am absoluten Tiefpunkt, habe ich etwas begriffen:
Allein komme ich hier nicht mehr raus. Ich brauchte Hilfe. Zum ersten Mal in meinem Leben bat ich darum – und mir wurde geholfen.

Sich einzugestehen, dass man es nicht allein schafft und Hilfe sucht, ist keine Schwäche.
Es ist die größte Stärke, die ein Mensch zeigen kann.

Heute bin ich verdammt stolz auf mich. Ich habe mein altes Leben hinter mir gelassen – ohne Wut, ohne Hass, ohne Alkohol und ohne Drogen. Ich lebe endlich das Leben, das ich mir immer gewünscht habe. Der Weg dorthin war steinig, schmerzhaft und alles andere als leicht. Ich bin noch nicht am Ziel, aber ich bin auf dem richtigen Weg. Und ich möchte nie wieder dorthin zurück, wo ich vor ein paar Jahren war. Diesen Schmerz wünsche ich niemandem.

Genau deshalb ist das SemiCoolon Project entstanden.

Ich möchte Menschen wachrütteln und Mut machen – Betroffenen, Angehörigen und allen, die hinschauen wollen. Denn diese Erkrankung hat nicht nur dunkle Seiten. Ich habe durch sie unglaublich viel über mich gelernt, mich neu kennengelernt und wundervolle Menschen getroffen.

Was hat das Ganze mit dem Semikolon zu tun?
Die Semikolon-Bewegung begann 2013 in Amerika durch Charlee Chandler und Mathew Wills:

Ein Semikolon repräsentiert einen Satz, den der Autor beenden könnte – sich aber entschieden hat, es nicht zu tun. Dieser Autor bist Du. Und der Satz ist Dein Leben.

Ich habe meinem Semikolon ein fettes COOL in die Mitte gesetzt. Denn ich möchte klar sagen: Anders zu sein ist nicht schlimm.
ANDERS ist das neue COOL.

Hast Du Fragen? Trau Dich und sprich mich an. Nimm Dir den Raum, den Du brauchst.
Schön, dass es Dich gibt.

Ganz liebe Grüße
Sven